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July 29, 2001

Feuer frei auf Temple One

Die Raumsonde Deep Impact soll den Kometen bombardieren, um Daten über seine Beschaffenheit zu gewinnen

VON KLAUS KOCH

Los Angeles/Pasadena - Hollywood-Filme à la «Deep Impact» und «Armageddon» lassen grüssen: Nachdem es vor kurzem der rund 400 Millionen Franken teuren Raumsonde Near gelang, auf dem Asteroiden Eros friedlich aufzusetzen, soll jetzt tatsächlich ein Komet bombardiert werden. Ein so genannter Impactor wird ein fussballfeldgrosses Loch in den Planetoiden Temple One sprengen und dabei einen sieben Stockwerke tiefen Krater hinterlassen.

Der vier Kilometer grosse Brocken stellt nach derzeitigem Ermessen keine Gefahr für die Erde dar. Aber die US-Raumfahrtbehörde Nasa will mehr über die Zusammensetzung dieser Trümmerhaufen erfahren, die seit Milliarden von Jahren durch das All vagabundieren. Vermutet wird, dass sie nicht nur Aufschluss über die Ursprünge unseres Sonnensystems, sondern auch über die Entstehung des Lebens auf der Erde geben könnten. Denn neben zahlreichen Mineralien, die in den vorwiegend aus Eis, Staub und Dreck bestehenden Klumpen vorkommen, erwarten Wissenschaftler auf Grund bereits vorliegender Spektralanalysen ansehnliche Mengen komplexer organischer Verbindungen sowie Stickstoff und Sauerstoff - kurz: den Rohstoff des Lebens.

Bei ihrer kosmischen Verfolgungsjagd, die vom Start im Januar 2004 an rund anderthalb Jahre dauern wird, umkreist die Raumsonde Deep Impact zunächst die Sonne. 8000 Kilometer vor Temple One, der mit 90 000 Stundenkilometern durchs All fegt, soll sie nach einer leichten Bremsung den 500 Kilogramm schweren Impactor entlassen. Das vorwiegend aus Kupfer und Kunststoff bestehende Geschoss wird, mit einer Kamera bestückt, direkten Kurs auf den Kometen nehmen und 24 Stunden später mit einer Wucht von 18 Giga-Joule, entsprechend der Sprengkraft von 4,5 Tonnen TNT, auf Temple One einschlagen.

Deep Impact ist auch ein Test für die Abwehr von Crash-Asteroiden

Die Aufnahmen und Spektralanalysen, die dabei bis zur letzten Sekunde an das Mutterschiff und von dort zur Erde gefunkt werden, sollen Aufschluss über die Beschaffenheit und chemische Zusammensetzung des Kometen geben. Zudem überfliegt Deep Impact 17 Minuten lang den Einschlagsort in 500 Kilometer Höhe, um weitere Bilder und Analysen zur Erde zu senden. Und selbst mit Grossgeräten wie dem 70-Meter-Goldstone-Teleskop der Nasa, das normalerweise der Erforschung fremder Galaxien dient, soll der Vorgang von der Erde aus noch gut zu verfolgen sein.

Für etwaige Kurskorrekturen verfügt Deep Impact über ein autonomes Steuersystem. Denn die siebeneinhalb Minuten, die ein einfaches Funksignal für den Weg zur Erde benötigt, sind laut System-Ingenieur John Slonski vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa in Pasadena schlicht zu lange, um den Flugkörper durch den Schmutz- und Staubgürtel hindurchzudirigieren, den Temple One hinter sich her zieht. «Grosse Teile des Planetoiden liegen ausserdem im Schatten», sagt Slonski. Schlüge der Impactor dort ein, wären Aufnahmen davon etwa so aufschlussreich, als fiele ein Hammer auf der Rückseite des irdischen Mondes zu Boden. Um das zu vermeiden, soll sich der «Autopilot» weit gehend selbsttätig ein von der Sonne gut beschienenes Zielareal aussuchen.

Neben ihrer rein wissenschaftlichen Mission stellt Deep Impact zugleich eine von mehreren Möglichkeiten dar, wie künftig auf Planetoide reagiert werden könnte, die der Erde gefährlich nahe kommen. Gegenwärtig arbeitet die Nasa daran, mit ihrem Asteroiden-Warnsystem Neat (Near Earth Asteroid Tracking) mindestens 90 Prozent der Objekte zu katalogisieren, die grösser als ein Kilometer sind und eine Katastrophe globalen Ausmasses heraufbeschwören könnten, wie sie vor 65 Millionen Jahren das Aussterben der Dinosaurier markierte.

Wirklich zu stoppen sind solche Kolosse allerdings kaum. Die vor allem von russischen Wissenschaftlern immer wieder favorisierte Nutzung von Nuklearwaffen, um kosmische Trümmer zu sprengen, berge enorme Risiken, warnt Clark Chapman vom Office of Space Studies in Boulder, Colorado: Bräche ein solcher Brocken unkontrolliert auseinander, käme dies einer Vervielfachung der Bedrohung gleich.

Die Gefahr eines Kometeneinschlags scheint höher als angenommen

Solche Gefahren sind demnächst freilich nicht zu erwarten. Deep Impact wird gemäss den Berechnungen des Jet Propulsion Laboratory den Kometen nicht auf Erdkurs einschwenken lassen, sondern dessen Geschwindigkeit allenfalls um ein Zehntausendstelmillimeter pro Sekunde verringern. Die 378 Millionen Kilometer lange Umlaufbahn des Kometen um die Sonne wird dadurch um ganze zehn Meter oder eine Sekunde verkürzt. Ein solcher Einschlag, glaubt Don Yeomans, Leiter des Near Earth Object (NEO) Program Office der Nasa, wäre bei einem wesentlich kleineren Fels von rund 125 Meter Durchmesser allerdings in der Tat geeignet, dessen Kurs um etwa einen Erdradius (6000 Kilometer) zu verschieben und so einen Crash mit der Erde zu verhindern.

Eine beruhigende Vorstellung, denn: Die Zahl kosmischer Querschläger in dieser Kategorie liegt wesentlich höher als bislang angenommen. «Die Chance, dass wir oder einer unserer Enkel im Laufe eines Jahrhunderts mit einem solchen Asteroidentreffer fertig werden müssen», behauptet jedenfalls Chapman, «liegt nicht bei eins zu einer Million, sondern bei einem Prozent.»

Source: Sonntags Zeitung, Switzerland

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